Querschnittgelähmten-Zentrum
Das Querschnittgelähmten-Zentrum (QZ) ist eine Modelleinrichtung der Berufsgenossenschaften. Hier werden die Menschen nach dem Prinzip der umfassenden Behandlung Querschnittgelähmter betreut. Diese umfasst die erste Phase der Frischverletztenbehandlung, die zweite Phase der weiterführenden Mobilisation und die dritte Phase der lebenslangen Nachsorge, die der Früherkennung und der Behandlung aufgetretener Komplikationen gewidmet ist. Behandelt werden Patienten, die ihre Querschnittlähmung entweder aufgrund eines Unfalles oder aufgrund einer Erkrankung erworben haben. Jährlich werden über 200 frische Fälle behandelt, darüber hinaus durchschnittlich 450 Patienten, die aufgrund von Komplikationen zur Wiederaufnahme kommen. Über 45% dieser Betroffenen sind Tetraplegiker, teilweise mit gleichzeitiger Atemlähmung, d.h. einer ultrahohen Querschnittlähmung.

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Struktur und Organisation
121 Betten auf 7 Stationen stehen zur Verfügung. Die Aufnahmestation hat die Möglichkeit der Überwachung (Monitoring) und führt so als Schwerpunkt die intermediate care durch bis zur Frühmobilisation. 5 Stationen dienen der weiterführenden Mobilisation bis zum Abschluss der Erstbehandlung, sowie der Behandlung aufgetretener Komplikationen im Rahmen der lebenslangen Nachsorge. Schwerpunkt ist hierbei die Sanierung von Weichteilschäden (Druckgeschwüre) mit plastisch-chirurgischen Methoden und die Behandlung komplexer neurourologischer Probleme. Auch präventive Check-Untersuchungen werden hier durchgeführt. Eine Besonderheit ist die Hochgelähmten-Station, die beatmungspflichtige Tetraplegiker betreut. Diese werden mit geeigneten mechanischen Beatmungsgeräten oder Zwerchfellnervenschrittmachern versorgt. Ziele dieser Behandlung sind die Herstellung der Sprachfähigkeit, eine selbstbestimmte Mobilität im elektrisch betriebenen Rollstuhl mit einer Spezialsteuerung sowie die Unterbringung in einer behindertengerecht zugerichteten häuslichen Wohnsituation.

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Behandlungsziele
Ziele der umfassenden Versorgung Querschnittgelähmter bestehen darin, erhaltene Funktionen zu kräftigen, neue Funktionen anzubahnen, sie für den Nutzen der täglichen Verrichtungen zu trainieren und Funktionsverluste soweit wie möglich mit einer individuell angepassten Hilfsmittelversorgung zu kompensieren. Erst wenn der Patient im Rahmen seiner Lähmungssituation alle noch vorhandenen Fähigkeiten ausschöpfen kann, er mit individuell zugerüsteten Hilfsmitteln ausgerüstet ist, zu Hause die Räumlichkeiten behindertengerecht gestaltet sind und bei Bedarf pflegerische Unterstützung organisiert wurde, wird er entlassen.
Behandlungsziele
- Maximum an Selbstständigkeit
- Bestehende Fähigkeiten erhalten
- Neue Fähigkeiten bahnen
- Ausgleich durch Hilfsmittel
- Vermeidung von Komplikationen
- Schulung der Akzeptanz
Spezialisierte Therapie im Team
Das QZ verfügt über hochspezialisierte Therapiebereiche.
In der Physiotherapie werden funktionelle Grundlagen erarbeitet mit Muskelkräftigung, Körperkontrolle und dem Erproben neuer Bewegungsübergänge. Spezialangebote bestehen z.B. in der funktionellen Elektrotherapie, im Lokomotionstraining sowie der Hippo- und Kajaktherapie. In der Ergotherapie wird das Alltagstraining durchgeführt sowie die Erprobung und das Training mit Hilfsmitteln. Die Sozial- und Wohnberatung ist wichtig, Sport gehört zum Therapieprogramm wie auch Psychotherapie, Musiktherapie, Logopädie und Freizeittherapie. Grundlage der umfassenden Behandlung ist die spezialisierte Pflege, die nicht nur Pflege im herkömmlichen Sinn ausführt, sondern einen Mobilisationsauftrag hat und den Patienten zur größtmöglichen Selbständigkeit schult. Die umfassende Behandlung erfordert Teamarbeit. Jeder muss wissen, wie weit der andere in der Therapie ist und wo die Schwerpunkte der Behandlung derzeit liegen. Dazu gibt es erprobte Kommunikationsinstrumente wie Visiten, Teamgespräche und Übergaben.
